Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
Loretto-Krankenhaus
Mercystraße 6
79100 Freiburg im Breisgau
Tel: 0761 7084-146
Fax: 0761 7084-165
fusschirurgie@rkk-klinikum.de

Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am Loretto-Krankenhaus Freiburg

Am Fuß und am Sprunggelenk findet ein Zusammenwirken außergewöhlich vieler Knochen und Sehnen statt, für deren Behandlung im Erkrankungsfall enormes Fachwissen nötig ist. Hier wird vor allem der Diagnosefindung sehr viel Zeit gewidmet und individuell abgeschätzt, ob eine konservative oder eine operative Maßnahme die Sinnvollere ist. Der Schwerpunkt der Abteilung liegt dabei auf der Rekonstruktion orthopädischer und unfallbedingter Fehlstellungen.

Im Loretto-Krankenhaus Freiburg stehen hierfür sämtliche moderne OP-Verfahren und -Techniken zur Verfügung und werden auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten abgestimmt. Dabei profitieren unsere Patientinnen und Patienten stark von den Möglichkeiten der minimalinvasiven Behandlung. 

Ihre Experten

  • Dr. med. Charlotte Hase
    Chefärztin Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
    Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie
     

  • Dr. med. Victoria Lachenmaier
    Leitende Oberärztin Fuß- und Sprunggelenkchirurgie

Kontakt

  • Sekretariat

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  • Sprechstunden

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Unser Leistungsspektrum

  • Spreizfuß mit Hallux Valgus

    Der Hallux Valgus ist eine der am häufigsten auftretenden Deformitäten des Vorfußes. Oft gibt es eine familiäre Veranlagung, Frauen sind in der Regel häufiger betroffen als Männer. Die ersten beiden Mittelfußknochen spreizen sich mit der Zeit immer stärker auf, wodurch ein übermäßiger Zug auf die Sehnen zustande kommt, die den großen Zeh in Richtung der kleinen Zehen ziehen. An der Fußinnenseite entsteht ein Ballen über dem bei Druck ein empfindlicher Schleimbeutel entstehen kann. Da der erste Mittelfußknochen nicht mehr voll belastbar ist, kommt es zu einem unangenehmen Mittelfußschmerz. Dieser kann mit Gymnastik, Einlagen und geeignetem Schuhwerk gelindert werden, aber die Fehlstellung oft nicht grundlegend korrigieren. Wenn der Leidensdruck hoch ist, empfehlen wir deshalb operative Maßnahmen.

    Die bei uns am häufigsten durchgeführten operativen Techniken sind:

    Operationstechnik nach Austin/Chevron (subcapitale Verschiebeosteotomie oder auch „kleine OP“ genannt)

    Der erste Mittelfußknochen wird durchtrennt und das ganze Gelenk wieder in seine korrekte Position verschoben. Die überstehenden Knochenteile werden entfernt. Die Korrektur wird durch einen dünnen Draht in ihrer Position gehalten. Dieser muss nicht wieder entfernt werden, sondern verbleibt im Körper. Die Heilungszeit des Knochens beträgt 4-5 Wochen. In dieser Zeit darf der Fuß in einem speziellen Schuh belastet werden.

    Operationstechnik nach Lapidus (TMT-I Arthrodese oder auch „große OP“)

    Wenn Spreizfuß und Hallux Valgus sehr ausgeprägt sind, kommt keine Korrektur am Mittelfußköpfchen mehr infrage. Stattdessen wird eine Stabilisierung bzw. Verschraubung im Übergang von Mittelfuß zur Fußwurzel vorgenommen. Bei dieser Operation können sehr große Winkel korrigiert werden. Die Knochenheilungszeit beträgt bei dieser Operation ungefähr acht Wochen, in denen der Fuß nicht belastet werden darf.

    Operationstechnik nach Akin (Grundgliedbasisosteotomie)

    Wenn zusätzlich eine Verkrümmung der großen Zehe vorliegt, kann diese durch eine zusätzliche Korrektur verbessert werden.

  • Knick-Senk-Fuß (Plattfuß)

    Plattfüße sind bei jungen Patienten häufig familiär veranlagt und kommen oft in Kombination mit anderen Fehlstellungen wie dem Knick- oder Spreizfuß vor. Von einem flexiblen Plattfuß spricht man, wenn sich das innere Fußgewölbe sowohl aktiv als auch passiv aufrichten lässt. Wenn dies nicht mehr möglich ist, spricht man von einem rigiden Plattfuß. Ein flexibler Plattfuß bei Kindern und Jugendlichen kann durch spezielle Einlagen und Krankengymnastik erfolgreich behandelt werden. Nur selten und bei Beschwerden ist eine Operation nötig.

    Ein erworbener Plattfuß bei Erwachsenen entsteht im Laufe des Lebens. Zu den Ursachen zählt eine andauernde Überlastung der Füße durch Übergewicht, langem Stehen oder Verletzungen. Auch Entzündungen und die degenerative Veränderung der inneren Unterschenkelsehne (die sogenannte Tibialis posterior Sehne oder auch „innerer Steigbügel“ genannt) sind möglich.

    Die bei uns am häufigsten durchgeführten operativen Techniken sind

    SinusTarsi-Implantat

    Bei harmlosen Formen des flexiblen Plattfußes hat sich das vorübergehende Einsetzen von speziellen Implantaten in den Canalis tarsi bewährt. Auch eine Schraube in das Fersenbein (eine sogenannte Calcaneus Stop Schraube) ist eine mögliche Variante.

    Medialisierende Calcaneus Osteotomie

    Hierbei wird das hintere Fersenbein durchtrennt und nach innen verschoben. Zum Korrigieren der Rückfuß-X-Stellung werden die Knochen im Anschluss verschraubt.

    Calcaneus Verlängerungs Osteotomie

    Das Fernsenbein wird verlängert, indem im vorderen Teil Knochenspäne oder ein Platzhalter eingesetzt werden. So richtet sich das nach innen gedrehte Sprungbein gerade und das Fernsenbein richtet sich zusätzlich aus seiner Abflachung auf.

    Talo-navicular Gelenks Arthrodese

    Das Sprungbein-Kahnbeingelenk (das sogenannte Talo-Navicular Gelenk) wird versteift, wodurch der Fuß aufgerichtet und korrigiert wird. Diese Operationsmethode wird hauptsächlich bei Patienten deren Sehne keine Funktion mehr übernehmen kann durchgeführt. Oder bei Arthrose.

    Arthrodese unteres Sprunggelenk

    Bei sehr fortgeschrittenen Fällen und starker Arthrose werden das Sprungbein, Fersenbein, Kahnbein und Würfelbein zusammen fixiert.

    Da bei einem spät erworbenen Plattfuß häufig die Tibialis posterior Sehne schwer entzündlich verändert oder sogar gerissen ist, sind gelegentlich begleitende Eingriffe an dieser Sehne nötig. Entzündliches Gewebe wird entfernt und der körpernahe Teil der Sehne an eine benachbarte Sehne angeheftet. Dadurch kann diese Sehne die Funktion der geschädigten Tibialis posterior-Sehne teilweise übernehmen.

  • Hallux rigidus (Arthrose Großzehengrundgelenk)

    Arthrose betrifft am Fuß am häufigsten das Großzehengrundgelenk. Nach und nach wird die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, es kommt zur völligen Versteifung. Das Abrollen des Fußes ist schwer bis gar nicht mehr möglich, die Patienten klagen täglich über Schmerzen. Es gibt konservative Behandlungsmöglichkeiten wie Einlagen mit Rigidusfeder oder spezielle Schuhe zum leichteren Abrollen. Wenn diese nicht mehr helfen, ist eine Operation notwendig.

    Die bei uns am häufigsten durchgeführten operativen Techniken sind:

    Operation nach Youngswick

    Wenn das Gelenk teilweise erhalten ist, erfolgt eine Stellungskorrektur durch eine Verkürzung des Mittelfußknochens. Dadurch wird der Druck im Gelenk verringert. Die Arthrose bleibt dabei bestehen, wird aber in ihrem Fortschreiten verlangsamt.

    Cheilektomie

    Wenn das Großzehengrundgelenk teilweise noch erhalten ist, sich aber größere Knochenanbauten (sogenannte Osteophyten) gebildet haben, werden diese keilförmig abgetragen.

    Arthrodese (Versteifung)

    Wenn der Gelenkknorpel vollständig abgenutzt und das Gelenk zerstört ist, ist meist die Beweglichkeit aufgehoben, so dass operativ eine Großzehengrundgelenksarthrodese in Funktionsstellung notwendig wird. Durch diese Technik können Patienten wieder schmerzfrei gehen und abrollen. Das ehemalige Gelenk wird mithilfe von Drähten, einer Platte und Schrauben fixiert. Das Metall verbleibt häufig im Körper und wird nur bei lokalen Druckproblemen entfernt.  

  • Hammerzehen (Krallenzehen)

    Von Hammerzehen oder Krallenzehen spricht man, wenn die zweiten bis fünften Zehen im Mittel- und manchmal auch im Endgelenk stark gebeugt sind. Dies ist häufig von schmerzhaften Schwielen – sogenannten Hühneraugen – begleitet. Der Zeh ist nach einer Weile nicht mehr aktiv zu bewegen. Später kann er auch passiv kaum noch bewegt werden. Auch die Grundgelenke sind häufig von Fehlstellungen betroffen, was zu einem Funktionsverlust führt. Häufig treten Hammerzehen in Zusammenhang mit einem Spreizfuß mit Hallux Valgus auf, da der große Zeh die kleinen zur Seite drückt und eine Fehlstellung auslöst oder verstärkt und die Last vermehrt auf den zweiten Strahl verlagert ist. Wir korrigieren deshalb oft beide Fehlstellungen zusammen.

    Bei der Operation wird das Mittelgelenk freigelegt. Ein Teil des Mittelgelenks wird entfernt und wenn nötig die Streck- und Beugesehne korrigiert. Insgesamt werden die Zehen dadurch etwas kürzer. Bei einer erfolgreichen Operation ist das Mittelgelenk danach gerade und fest (Arthrodese). Der betroffene Zeh wird je nach Ausprägung der Hammerzehe für 4-6 Wochen mit einem Draht geschient. Dieser wird ambulant in der Fußsprechstunde gezogen.

    Bei einer nur leichten Ausprägung einer Hammerzehe reicht eine Durchtrennung der langen Beugesehne mit anschließender Fixation mit Tapeverband in einer Korrekturstellung.

  • Schneiderballen (Digitus quintus varus)

    Ähnlich wie beim Hallux Valgus kann es durch einen Spreizfuß zu einer Fehlstellung des kleinen Zehs mit einem überstehenden Mittelfußköpfchen am Fußaußenrand kommen. Dadurch entstehen Schuhprobleme und Druckschmerzen. Auch akute bzw. chronische Schleimbeutelentzündungen können entstehen.

  • Fersenschmerz

    Die Ursache von Fersenschmerz liegt oft in einer chronischen Entzündung der Plantaraponeurose (Plantarfaszie). Diese wird durch Überlastung verursacht. Die Plantaraponeurose ist eine dicke Faserplatte. Sie stabilisiert das Fußgewölbe und verläuft von der Ferse bis zu den Zehen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Sehnen ab. Bei zu hoher Belastung durch Sport oder Übergewicht kann es zu einer Entzündung kommen.

    Die Schmerzen treten anfangs hauptsächlich morgens oder nach längerem Sitzen auf. Wenn konservative Behandlungen wie Dehnungsübungen, Einlagen oder entzündungshemmende Medikamente nicht mehr helfen, kommen noch Injektionen, Stoßwelle und andere Maßnahmen in Frage, die der niedergelassene Orthopäde durchführen kann. 

    Da eine Operation nicht in allen Fällen erfolgreich ist, führt man bei einer Plantarfaziitis die Einkerbungsoperation am Ansatz der Sehnenplatte nur selten durch. Ein knöcherner Fersensporn wird operativ nicht abgetragen. 

    An der Achillessehne können Knochen am Fersenbein oder Verkalkungen in der Sehne Schmerzen verursachen, so dass eine Entfernung notwendig wird. 

    Bei allen Operation dauert die innere Heilung ungefähr sechs bis acht Wochen, von denen während der ersten beiden auch das Gehen auf Krücken erforderlich ist. Eine Schwellneigung ist bei allen Fußoperationen deutlich länger zu erwarten.

  • Rheumatischer Fuß

    Die rheumatische Arthritis befällt häufig auch die Gelenke im Fußbereich mit ausgeprägter Gelenk- und Knochenzerstörung sowie Fehlstellungen. Das führt zu Schmerzen beim Gehen und später sogar in Ruhe. Die Luxation der Grundgelenke und eine ausgeprägte Schwielenbildung oder Rheumaknoten machen eine komplexe Operation notwendig.

    Die bei uns am häufigsten durchgeführten operativen Techniken sind

    Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenkes in Funktionsstellung

    Mit dieser Methode kann wieder ein gutes, schmerzfreies und kraftvolles Abrollen erfolgen. Das zerstörte und in Fehlstellung stehende Großzehengrundgelenk wird mit Drähten, Schrauben oder Platte fixiert. Das Metall kann im Körper verbleiben und wird nur entfernt, wenn es stört.

    Entfernung (Resektion) der Mittelfußköpfchen II-V nach Hoffmann-Tillmann

    Wenn die Mittelfußknochenköpfchen stark zerstört sind, werden diese über einen Schnitt im Bereich der Fußsohle unter Ausschneidung der Schwielen entfernt. Damit wird zum einen der Schmerz gebessert und zum anderen die Fehlstellung korrigiert. Die Zehen werden für einige Wochen mit Drähten in der Korrekturstellung gehalten, die Drähte werden dann ambulant entfernt.

    Entfernung (Resektion) der Grundgliedbasen der Zehen nach Stainsby

    Bei ausgeprägten Hammer- bzw. Krallenzehen können Luxationen (Auskugelungen) auftreten. Die Zehengrundgliedbasen werden in diesem Fall entfernt und die abgetrennten Zehenstreckersehnen an die Zehenbeugersehnen in Höhe des jeweiligen Mittelfußköpfchens geheftet. Auch hier muss die Korrektur mit Draht für ca. 6 Wochen fixiert werden.

  • Talo Naviculare Arthrose

    Diese Arthrose ist zwischen Sprungbein und Kahnbein lokalisiert. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer schmerzhaften Einschränkung der Beweglichkeit beim Kreiseln des Fußes, das im fortgeschrittenen Stadium sogar unmöglich ist.

    Bei starken Schmerzen ist eine Operation nötig. Hierbei handelt es sich um eine Arthrodese. Diese Operationen sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlung sehr aufwendig. Auch deshalb ist mit einer Nachbehandlungszeit von ca. 12 Wochen zu rechnen. 
    Die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk bleibt natürlich erhalten, so dass ein Abrollen des Fußes weiterhin möglich ist.

  • Arthrose des oberen Sprunggelenks

    Das Abrollen des Fußes ist bei dieser Arthrose durch das Anheben und Senken im oberen Sprunggelenk eingeschränkt oder aufgehoben. Wenn konservative Therapien wie Einlagen, Spezialschuhe oder Krankengymnastik nicht mehr helfen und die Schmerzen groß sind, kann eine Operation geplant werden. Hierbei wird entweder das obere Sprunggelenk verschraubt (Arthrodese) oder ein künstliches Gelenk eingefügt (Endoprothese). Diese Operationen sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlung aufwendig. Auch deshalb ist mit einer Knochenheilungszeit von ca. 12 Wochen zu rechnen. Die Gesamtrehabilitation dauert etwas länger.

  • Arthrose des unteren Sprunggelenks

    Bei dieser Arthrose ist das Kippen der Ferse nach innen und außen schmerzhaft eingeschränkt oder sogar aufgehoben. Wenn konservative Therapien wie Einlagen, Spezialschuhe oder Krankengymnastik nicht mehr helfen und die Schmerzen groß sind, kann eine Operation geplant werden. Diese Operationen sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlung aufwendig. Auch deshalb ist mit einer Knochenheilungszeit von ca. 8-12 Wochen zu rechnen. Die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk bleibt dabei erhalten.

  • Morton Neurom

    Die sogenannte Morton-Erkrankung ist ein Nervenkompressions-Syndrom. Das heißt, ein Nerv wird eingeengt. Zwischen dem zweiten und dritten Mittelfußköpfchen des Fußes und dem dritten und vierten Mittelfußköpfchen befinden sich Engstellen. Die Zehennerven liegen hier zwischen festen Muskelfasern und können durch Gewebeschwellung oder bei Fehlbelastung eingeklemmt werden. Wenn die Schädigung länger andauert, kann sich an oder um die Nerven ein narbenartiger Knoten bilden, das sogenannte Morton-Neurom. Zu den Symptomen zählen Brennen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schmerzen. Diese treten zunächst bei und nach Belastung auf, später auch in Ruhe und nachts. Der Schmerz strahlt bis in die Zehen, aber auch bis in den Unterschenkel aus.

    Wenn konservative Therapien und auch eine Injektionsbehandlung nicht mehr greifen, wird der Nervenknoten vom Fußrücken oder der Fußsohle operativ freigelegt und entfernt, manchmal reicht auch die Durchtrennung eines zu engen Bandes, des Ligamentum transversum. 

Schon gewusst?

Der Fuß ist ein architektonisches Meisterwerk und besteht aus insgesamt 26 Knochen. Und die Bezeichnugn "Sprunggelenk" ist im Grunde gar nicht richtig - eigentlich sind es nämlich sogar drei! Kein Wunder, dass es auf Expertise ankommt, wennn es hier zu Unfällen oder Erkrankungen kommt.

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