Innere Medizin
Loretto-Krankenhaus
Mercystraße 6-14
79100 Freiburg im Breisgau
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Das Zentrum für Darmerkrankungen Südbaden

Der Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Etwa 70.000 Neuerkrankungen werden jedes Jahr festgestellt. Dabei sind Frauen wie Männer gleich häufig betroffen. Obwohl der Darmkrebs heilbar ist, wenn er frühzeitig erkannt wird, liegt er immer noch an zweiter Stelle der Todesfälle durch Krebserkrankungen.

Gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus Emmendingen konnten wir im Jahr 2007 das “Zentrum für Darmerkrankungen Südbaden“ gründen. Dieses Zentrum steht allen Patienten und Patientinnen offen, die von einer bösartigen Darmkrebserkrankung betroffen sind.

Kontakt

Zentrum für Darmerkrankungen Südbaden (ZfD)
Loretto-Krankenhaus Freiburg
Mercystrasse 6-14
79104 Freiburg

T 0761 7084-157
F 0761 2711-789090
ZfD@rkk-klinikum.de

Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen dienen dazu, den Darmkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen ab einem bestimmten Alter übernommen. Durch einen einfachen Test kann Ihr Hausarzt Blut im Stuhl feststellen. Dieses gilt als Alarmzeichen und sollte immer abgeklärt werden. Leider ist dieser Test nicht 100%ig sicher, so das ab dem  55. Lebensjahr eine Darmspiegelung (Vorsorgekoloskopie) empfohlen wird. Die Darmspiegelung stellt die sicherste Methode dar, um Krebs und seine Vorstufen (Polypen) frühzeitig zu erkennen und sofort zu behandeln.

Lange bekannt ist, dass ein großer Anteil der Darmkrebserkrankungen aus Polypen entstehen. Polypen sind gutartige Schleimhautwucherungen, die meist erst ab dem 50. Lebensjahr auftreten und eine Vorstufe zum Darmkrebs darstellen. Falls die erste Vorsorge-Darmspiegelung unauffällig ist, reicht es normalerweise aus die nächste Untersuchung nach 10 Jahren durchführen zu lassen. Es gibt aber Ausnahmen, die Ihnen Ihr Arzt erklären wird. Finden sich Polypen, dann werden diese in aller Regel sofort entfernt. Die feingewebliche Aufarbeitung gibt dann Aufschluss über eine mögliche Vorstufe zum Darmkrebs. In Abhängigkeit von der Größe, der Anzahl, der feingeweblichen Untersuchung und der Vollständigkeit der Entfernung der Polypen, wird Ihr Arzt mit Ihnen den Zeitpunkt der nächsten Kontroll-Darmspiegelung festlegen. Falls der Polyp nicht komplett entfernt werden konnte, sollte dieses in einer zweiten, zeitnahen Untersuchung durchgeführt werden.

In unserer gastroenterologischen Abteilung untersuchen wir mit modernen, hochauflösenden Videoendoskopen (HD-TV mit NBI). Damit werden auch kleinste Veränderungen detektiert und können sofort behandelt werden. Resultat ist, dass aus Polypen, die komplett entfernt wurden, kein Darmkrebs mehr entstehen kann.

Manifeste Erkrankung

Falls sich die Diagnose „Darmkrebs“ ergibt, so wird die Therapie stark von der Lokalisation im Darm und vom Stadium, in dem sich die Erkrankung befindet, abhängig.Um das Stadium festzustellen, folgen neben der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung weitere Untersuchungen wie Röntgenbild der Lunge, Ultraschall des Bauches und Blutentnahmen. Gegebenfalls werden diese Basisuntersuchungen durch weitere Untersuchungen wie Computertomografie/Kernspintomografie und endoskopischen Ultraschall (Endosonografie) ergänzt.

Darmkrebs und Enddarmkrebs

Die Lokalisation der Erkrankung spielt insofern eine große Rolle, als das die Therapie des Darmkrebses sich von der des Enddarmkrebses unterscheidet. Für beide Fälle gilt, das die Operation eine zentrale Rolle spielt. Beim Darmkrebs steht die Operation in der Regel an erster Stelle. Beim Enddarmkrebs kann vor einer Operation eine Bestrahlung und Chemotherapie erfolgen, um den Tumor zu verkleinern und die Möglichkeit eines Rezidives zu vermindern. Nach Möglichkeit wird immer versucht, die Anlage eines künstlichen Darmausganges zu vermeiden. Dieses trägt erheblich zur Lebensqualität bei. Entweder ist der künstliche Darmausgang nicht notwendig oder er wird nur vorübergehend angelegt. In einer zweiten Operation kann dieser dann zurück verlegt werden. In einigen Fällen ist aber auch ein dauerhafter künstlicher Darmausgang notwendig.

In unserer interdisziplinären Tumorkonferenz werden alle Möglichkeiten besprochen und ein optimales Vorgehen festgelegt. Zudem erfolgt immer ein persönliches Gespräch mit dem Patienten/innen um den Bedürfnissen und Fragen, die sich ergeben, entgegen zu kommen und zu beantworten.

Fortgeschrittenes Stadium

Falls die Erkrankung bereits gestreut hat, besteht ein fortgeschrittenes Stadium. Unter bestimmten Umständen ist aber auch dann noch eine Heilung erreichbar. Einzelne Lebermetastasen und Lungenmetastasen können operativ entfernt werden. Dieses setzt eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen (Internisten, Chirurgen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen) voraus, wie Sie sie im RKK Klinikum vorfinden. Auch hier ist die etablierte Tumorkonferenz integraler Bestandteil der Behandlung.

Falls die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist, besteht das Ziel der Therapie darin, die Lebensqualität des Menschen möglichst lange zu erhalten. Durch neue Medikamente (Immuntherapien), die den Krebs aufhalten, ihn zurückdrängen und an der Ausbreitung hindern, gelingt es heute, die Lebenszeit deutlich zu verlängern, ohne die Lebensqualität durch die Therapie zu mindern. Oberstes Ziel ist es hierbei, durch eine wirksame und gut verträgliche Therapie den Tumor zurück zu drängen und damit die Lebensqualität zu verbessern und lange aufrecht zu erhalten.

Tumorkonferenz

Welche Art von Therapie am sinnvollsten für einen Patienten ist, wird im Zentrum für Darmerkrankungen Südbaden in einer fachübergreifenden und klinikübergreifenden Tumorkonferenz individuell für den Patienten festgelegt. Sie sichert die bestmögliche Therapie anhand von internationalen Leitlinien, zugeschnitten auf den individuellen Menschen.

Ein Patient legt Wert auf eine schnelle und für ihn optimale Behandlung. Leider ist der Weg oft durch Konsultationen von verschiedenen Ärzten und Fachrichtungen geprägt, was zu Verunsicherung, Zeitverlust und auch zu einem Informationsverlust führt.

Deshalb ist es wichtig, die Informationen von ärztlicher Seite zu bündeln, sie zeitnah möglichst vielen Fachdisziplinen zu präsentieren und das weitere Vorgehen im Dialog festzulegen. Durch Diskussion der verschiedenen Fachdisziplinen miteinander wird letztlich ein optimales Ergebnis erzielt, da jede Disziplin ihr Fachwissen für den einzelnen Patienten einbringt. Vertreten in der Tumorkonferenz sind Internisten, Onkologen, Gastroenterologen, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen und niedergelassene Kollegen. Bei Bedarf wird die Konferenz erweitert durch Urologen, Gynäkologen, Neurologen, Unfallchirurgen und Orthopäden. In unserer Tumorkonferenz kommen somit die Spezialisten zum Patienten und nicht umgekehrt.

Damit wird eine schnelle und informationsverlustfreie Behandlung gewährleistet. Eine leitliniengerechte und trotzdem individuell angepasste Therapie für den Patienten wird so gesichert.

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