Loretto-Krankenhaus Freiburg

Loretto-Krankenhaus
Mercystr. 6-14
79100 Freiburg im Breisgau
Tel: 0761 7084-0
Fax: 0761 7084-239
E-Mail: info-lok@rkk-klinikum.de

Anästhesie und Intensivtherapie im Loretto-Krankenhaus

Patient Blood Management

Bluttransfusionen retten Leben. Bei schweren Verletzungen, bei schweren Erkrankungen und auch bei großen Operationen, die mit einem erhöhten Blutverlust einhergehen können. Daher sind Blutkonserven ein wertvolles und teilweise auch sehr knappes Gut.

Die Übertragung von Blut und Blutbestandteilen ist heute aufgrund eines umfassenden Blutspenderscreenings und der modernen Herstellungsmethoden so sicher wie nie zuvor. Dennoch stellt die Transfusion zellulärer Blutpräparate eine „Transplantation des flüssigen Organs Blut“ dar. Unerwünschte Wirkungen können die allergische und andere Transfusionsreaktionen und die transfusionsassoziierte Lungeninsuffizienz sein. Zudem können Fehltransfusionen durchgeführt und extrem selten trotz hoher Sicherheitsbemühungen Viren, Parasiten oder Prionen übertragen werden.

Schließlich gibt es Hinweise darauf, dass eine erhöhte Infektionsrate bei Operationen allgemein und schlechtere Ergebnisse in der Tumorchirurgie die Folge von Bluttransfusionen sein könnte.

Ganz unabhängig von der Notwendigkeit der Übertragung von Blut ist bei Patienten, die mit einer Anämie (Blutarmut) in eine große Operation gehen, das Risiko erheblich erhöht.

Aus diesen Fakten ergibt sich, dass Patienten vor größeren Operationen möglichst keine Anämie aufweisen sollten, und gleichzeitig Maßnahmen getroffen werden, die den Blutverlust reduzieren.

Daher wird von der WHO schon seit 2011 die Einführung eines „Patient Blood Managements (PBM)“ gefordert. Zahlreiche andere Organisationen haben sich angeschlossen. Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) sieht die Implementierung des PBM als einen der zehn Qualitätsindikatoren in der Anästhesiologie an.

Unser Krankenhaus hat sich im Juli 2021 vom Deutschen PBM Netzwerk hinsichtlich der Einführung eines Patient Blood Management Konzeptes zertifizieren lassen. Das Konzept und seine Umsetzung in unserem Haus wird im Folgenden dargestellt:

Wie im Schaubild dargestellt besteht das Konzept aus drei Säulen.

  1. Erste Säule:

    Patienten, die sich in unserem Krankenhaus zu einer größeren Operation vorstellen, werden möglichst frühzeitig auf das Vorliegen einer Anämie hin untersucht. Erste Hinweise kann eine unblutige Bestimmung des Hämoglobin-Wertes liefern. Hier ist zunächst keine Blutentnahme notwendig (siehe Bild des Gerätes der Fa. masimo®).
    Sollten sich Hinweise auf eine vorliegende Anämie ergeben, wird eine spezielle Laboruntersuchung durchgeführt. Anhand der Ergebnisse können wir mit den Patienten die Therapie planen. Dies könnte eine medikamentöse Behandlung (Eiseninfusion, Erythropoeitin,…) sein, oder eine weiterführende Diagnostik durch unser MVZ oder niedergelassene Kollegen. So versuchen wir, eine bereits vor der Operation bestehende Anämie rechtzeitig zu behandeln.
     
  2. Zweite Säule:
    Sowohl im orthopädischen, wie im urologischen Bereich werden, wenn möglich, minimalinvasive Methoden angewandt. Eine moderne Ausstattung unseres OP´s mit navigiertem Operieren mit dem O-Arm oder die Roboter-assistierte urologische Chirurgie trägt ebenso dazu bei, Blutverluste zu minimieren.
    Von anästhesiologischer Seite werden MAT (Maschinelle Autotransfusion) - Systeme eingesetzt. Hierbei können wir verlorenes Wundblut aufbereiten und dem Patienten wieder zuführen. Weiterhin können wir durch das Vermeiden von Unterkühlung, den Einsatz bestimmter Medikamente und schnelle Laboranalysen ebenso für eine verringerte Blutungsneigung sorgen.
     
  3. Dritte Säule:
    Bei der Übertragung von Blut- und Blutbestandteilen orientieren wir uns an den Hämotherapie-Leitlinien der Bundesärztekammer. So wird die Indikation für eine Bluttransfusion für jeden Patienten individuell gestellt und Vorteile gegenüber den Risiken sorgsam abgewogen.
    Zusätzlich versuchen wir während und nach der Operation die sog. Anämietoleranz zu steigern. Dies kann beispielsweise durch eine erweiterte Kreislaufüberwachung auf der Intensivstation oder Unterstützung der Lungenfunktion - und damit einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung - geschehen.

Das gesamte Team des Loretto-Krankenhauses ist der festen Überzeugung, dass wir durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen die Patientensicherheit steigern

Kontakt

  • Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin
    T 0761 7084-184
    F 0761 7084-185
    anaesthesie-lok@rkk-klinikum.de 

  • Sprechstunden
    Termine für die Sprechstunde der Ihr Narkosevorgespräch nach telefonischer Absprache 

Das Team

  • Armin Welle

    Dr. med. Armin Welle
    Oberarzt
    Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Zusatzbeichnung Notfallmedizin
    OP-Management

  • Leonore Wetzel

    Dr. med. Léonore Wetzel
    Oberärztin
    Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    PhD der medizinischen Wissenschaft (MUW)
    PJ-Verantwortliche

  • Dr. Ulrich Albus

    Dr. med. Ulrich Albus
    Oberarzt

    Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Zusatzbezeichnung spezielle anästhesiologische Intensivmedizin
    European Diploma of Anaesthesiology and Intensive Care (EDAIC)
    Antibiotikabeauftragter Arzt

  • Dr. Körner-Peters

    Dr. med. Christiane Körner-Peters
    Funktionsoberärztin

    Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Zusatzbezeichnung Notfallmedizin 
    OP-Management, Transplantations- und Fortbildungsbeauftragte
     

Weiterführende Informationen

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