Klinik für Urologie und urologische Onkologie
Loretto-Krankenhaus
Mercystraße 6-14
79100 Freiburg im Breisgau
Tel: 0761 7084-123
Fax: 0761 7084-124
Urologie@rkk-klinikum.de

Behandlung der Harnröhrenstriktur im Loretto-Krankenhaus Freiburg

Als Strikturen werden narbige Engen der Harnröhre bezeichnet, die die Blasenentleerung behindern und – wenn sie nicht adäquat behandelt werden – langfristig nicht nur Schäden an der Harnblase, sondern auch an den Nieren hervorrufen können. Diese Narben betreffen in unterschiedlichem Ausmaß auch das umgebende Gewebe des Harnröhrenschwellkörpers.

In den Industrieländern sind die häufigsten Ursachen für derartige Engen Verletzungen der Harnröhre entweder im Rahmen von Unfällen oder nach Manipulationen an der Harnröhre (z. B. zwischenzeitliche Blasenkatheteranlagen oder Operationen durch die Harnröhre). Weitere Ursachen sind bakterielle Entzündungen der Harnröhre oder Veränderungen des Bindegewebes mit folgender Gewebsschrumpfung („Lichen sclerosus“). Bei einer großen Anzahl betroffener Patienten kann keine eindeutige Ursache der Erkrankung ausgemacht werden. 

Spezialfall: die Hypospadie

Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Harnröhre gespalten ist und daher die Harnröhrenmündung nicht an der Spitze der Eichel liegt, sondern im Bereich des Penisschaftes. Diese Fehlbildung wird in der Regel bereits im Kleinkindesalter operativ behoben. Die Operation ist anspruchsvoll und zieht in einigen Fällen weitere Folgeeingriffe nach sich.

Im Erwachsenenalter können Folgeprobleme dieser Behandlung in der Kindheit auftreten, dazu gehören Harnröhrenengen, Fisteln, Penisverkrümmungen, erneute Fehllage der Harnröhrenmündung, Wachstum von Haaren in der Harnröhre und immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen. Die Korrektur solcher Probleme stellt hohe Ansprüche an den Operateur und erfordert ein hohes Maß an operativer Erfahrung, da viele verschiedenen Operationsmethoden mit Verpflanzung von Gewebe (Penishaut, Mundschleimhaut, Unterhaut aus dem Hodensack) zum Einsatz kommen müssen. Denn nach den vorangegangenen Behandlungen ist häufig die Durchblutung des Gewebes eingeschränkt ist. Mit diesen Methoden gelingt es aber, funktionell und kosmetisch hervorragende Ergebnisse zu erreichen.

Wir sind uns dessen bewusst, dass die Therapieentscheidung und Behandlung bei einer Hypospadie gerade für Eltern kleiner Söhne auch eine große psychische Belastung bedeutet. Wir sind an Ihrer Seite und begleiten Sie gemeinsam mit Ihrem niedergelassenen Kinderarzt auf diesem Weg.

Ihr Behandlungspfad bei der Harnröhrenstriktur

  1. Beschwerden und Diagnose
  2. Therapie
  3. Erfolgsaussichten

Beschwerden und Diagnose

Häufig machen Strikturen lange Zeit keine Beschwerden, da es sich dabei um chronische, langsam fortschreitende Veränderungen handelt. Letztlich fallen jedoch ein schwacher Harnstrahl und eine verlängerte Zeit bis zur Blasenentleerung auf. Auch wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder ein Harnverhalt können erste Symptom sein, weiterhin können ein gehäufter Harndrang oder ein permanentes Harnträufeln auf eine Harnröhrenstriktur hinweisen.

Die beste Methode, eine Harnröhrenstriktur zu diagnostizieren, ist die Röntgendarstellung, bei der die Harnröhre mit Kontrastmittel gefüllt wird (Cysturethrogramm, CUG) in Kombination mit einer Miktionsaufnahme (Miktionscysturethrogramm, MCU). Dabei kann genau die Länge, die Lage und die Ausprägung der Enge dargestellt werden. Auch mögliche Folgeveränderungen im Bereich der Harnblase können so entdeckt werden. Dies sind Informationen, die für die richtigen Therapieentscheidungen von großer Bedeutung sind. Ergänzend können in manchen Fällen eine Harnröhrenspiegelung und eine Harnröhrensonographie sinnvoll sein. 

Therapiemöglichkeiten

An unserer Klinik werden sämtliche heute etablierten Operationsverfahren angeboten, auf diese Weise kann bei jedem Patienten die individuelle Therapie – in Abhängigkeit von der Vorgeschichte und Begleiterkrankungen – optimal angepasst werden. Prinzipiell stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Minimal-invasiv

  • Bougierung/Dilatation
  • Endoskopische Harnröhrenschlitzung (Urethrotomie nach Sache oder Otis)

Offen-chirurgisch

  • Meatusplastik
  • Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose
  • Harnröhrenerweiterung mit freiem Transplantat (Mundschleimhaut, Vorhaut)
  • Harnröhrenerweiterung mit gestielten Hautlappen
  • Zweizeitige Verfahren
  • Bulboprostatische Anastomose
  • Perineale Urethrostomie („Boutonnière“)

Erfolgsaussichten

Der Vorteil der Bougierung und Harnröhrenschlitzung ist, dass sie ohne Hautschnitt durchgeführt werden können und nur mit einem kurzen Klinikaufenthalt verbunden sind. Jedoch wird das durch die geringen langfristigen Erfolgsquoten aufgewogen, da durch diese Behandlungsmethoden nie das Grundproblem der Narbenbildung behoben wird. In über der Hälfte der so behandelten Fälle kommt es zu einer erneuten Enge. Die daraus folgende neue Striktur ist immer länger und schwieriger zu behandeln als die vorangegangene, weshalb diese Verfahren nie häufiger als einmal angewendet werden sollten.

Die größten Erfolgsaussichten für einen langfristigen Erhalt einer gesunden Harnröhre bieten die offen-chirurgischen Operationsverfahren. Je nach Lage und Länge der Engstelle wird die Enge dabei komplett entfernt („Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose“) oder mit Gewebe erweitert („Graft-Urethroplastik“ oder „Flap-Urethroplastik“). Das am häufigsten angewendete Verfahren ist hierbei die Erweiterung der Harnröhre mit einem freien Gewebetransplantat, damit können langfristige Erfolgsraten in mehr als 90 Prozent erzielt werden. Bei diesem Verfahren wird die Harnröhre über die gesamte Engstelle hinweg längs eröffnet und mit einem andernorts entnommenen Stück Gewebe erweitert - meistens mit einem Stück Mundschleimhaut oder Vorhaut. Mit diesem Verfahren ist es möglich, auch langstreckige Engstellen der Harnröhre zu rekonstruieren und langfristig ein gutes Ergebnis zu erhalten. Auch Engstellen in unmittelbarer Nähe des Harnröhrenschliessmuskels können auf diese Weise unter Erhalt der Kontinenz behoben werden.

Patientenstimme

"Eine operativ verursachte Harnröhrenverletzung (Holep bei Prostatavergrößerung)mit nachfolgender Vernarbung verursachte mir große Probleme. Drei Erweiterungsversuche mit Katheter innerhalb eines halben Jahres bei verschiedenen Urologen blieben erfolglos.Vor 7 Monaten wurde durch Prof. Dr. med. Tritschler und seinem Team eine operative Sanierung mit Entfernung des Narbengewebes und Wiederaufbau der Harnröhre durch eigene Mundschleimhaut mit hervorragendem anhaltenden Erfolg durchgeführt.1 Woche stationärer Aufenthalt und 3 Wochen Dauerkatheter waren bei dem guten Ergebnis eine vertretbare "Belästigung", die Entnahme der Mundschleimhaut führte zu keiner funktionellen Beeinträchtigung und war nach 10 Tagen weitgehend vergessen. Patienten mit Harnröhrenverengungen kann ich eine Kontaktaufnahme mit den Urologen der Loretto-Klinik in Freiburg uneingeschränkt empfehlen!"

Patientenbewertung auf klinikbewertungen.de

Einblicke in den OP

Das Team

  • Prof. Dr. med. Stefan Tritschler
    Chefarzt Urologie

  • Prof. Dr. Alexander Roosen
    Chefarzt 

  • Dr. med. Michael Austen
    Oberarzt
    Facharzt für Urologie, Andrologie, medikamentöse Tumortherapie
     

  • Dr. med. Tobias Hübschle
    Oberarzt

  • Dr. med. Johannes Karsch
    Oberarzt
    Facharzt für Urologie, Andrologie, medikamentöse Tumortherapie

  • Dr. med. Vincent Beck
    Funktionsoberarzt

  • Dr. med. Martin Berthold
    Funktionsoberarzt

Weiterführende Informationen